Dienstag, 8. Februar 2011

Give me a U, give me a C, give me a T - UCT UCT UCT

Ja, Uni hat endlich angefangen und es war schon eine sehr nervige, lange Woche. Nervig nur in dem Sinne, dass wir Europäer an Ewigkeiten warten nicht gewohnt sind. Aber es war eine neue, interessante Erfahrung. Nur kurz zur Info, die UCT ist die 127  beste Universität der Welt und die Beste am afrikanischen Kontinent. Sehr beeindruckend!

Die Woche hatten wir noch keine Kurse, sondern Einschulungen in die Sicherheit auf der Uni, HIV/Aids, ComputerLabs, Netzwerk, Behindertengerechte Uni, Vorregistrierung, Registrierung, usw. Nachdem wir das ganze Tamtam gehört haben hats begonnen mit dem Anstellen, Dokumente ausdrucken, Dokumente kopieren, Dokumente vorweisen, Dokumente abgleichen und anstellen, anstellen, anstellen, anstellen und warten. Eigentlich hat alles einwandfrei funktioniert bis auf das, dass man meine Überweisung der Administrationsgebühr schon mal gesehen hat, aber sie nicht mehr finden konnte. Netterweise hab ich eine sehr nette Ansprechperson gehabt und das Drama konnte schnell erledigt werden.

Am Donnerstag hatten wir dann auch noch das Fresher´s Braai. Alle Studenten die neu an der Uni beginnen sind zu einer großen Grillerei auf den Rugbyplatz eingeladen worden. Vermutlich waren es gut 2500 Leute. Die Stimmung war ein Wahnsinn, jedoch hat es nach einer Stunde stark zu regnen begonnen und die Party war schnell zu Ende. Schade, trotzdem hat die Stunde sehr viel Spaß gemacht!


 Blick von Middle Campus Richtung Upper Campus. Hintergrund Tafelberg.
Alte Gebäude von der Uni
Anstellen zum Reingehen, Wolken ziehen schon auf und die schwarz gekleideten Personen sind die Neulinge eines bestimmten Studentenheims.
 Mein erstes Braai
Massen bilden sich rund um die Bühne und dann gab es ein Seilziehen zwischen zwei Fakultäten (nur Professoren!)

Am nächsten Tag – Freitag – war noch die endgültige Registrierung (natürlich alles schriftlich und ohne Computer). Hab trotzdem alle Kurse bekommen und nach 1.5 Stunden warten hab ich auch meinen Studentenausweis endgültig erhalten.

Danach hat der Spaß begonnen. Freitag Nachmittag hab ich die zwei JKUlerinnen getroffen, die an einer anderen Uni in Kapstadt studieren. Es hat echt gut getan, wieder mal im Dialekt sprechen zu können. Die zwei sind ein Wahnsinn. Ich war auch fähig, ihnen die Longstreet zu zeigen und war mal eine kleine Stadtführerin ;).

Und was war noch. Karin ist angekommen, Freude pur! Natürlich haben wir uns gleich am Samstag getroffen und sind zum Green Market gegangen, danach sind wir etwas im Stadtzentrum herumgeschlendet und danach haben ich erstmals ein Mini-Taxi verwendet. Eine ganz eigene Erfahrung. Danach sinf wir Richtung Waterfront gefahren und haben geredet bis zum Umfallen, haben gestaunt und einfach nur genossen. Es ist für uns noch immer so unreal, dass wir jetzt wirklich hier sind.


 Karin auf der Suche nach Seehunden
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 Seehunde im Hafen

Am Sonntag bin ich dann mit meiner Mitbewohnerin und einer weiteren UCT-Austauschstudentin nach Robben Island gefahren. Das ist eine Insel 12 km außerhalb von Kapstadt, die als große Gefängnisinsel bekannt ist und auf der Größen wie Robert Sobukew, Nelson Mandela usw inhaftiert waren. Mandela hat beispielsweise 18 Jahre seiner 27 Jahre seiner Gefangenschaft dort verbracht. Robben Island wurde auch 1999 zum Weltkulturerbe ernannt und ist seit 1997 ein Museum. Am interessantesten ist jedoch an dem ganzen, dass ehemalige inhaftierte politische Häftlinge jetzt Museumsführer sind und von ihren persönlichen Erfahrungen erzählen.


 Steinbruch in Robben Island auf dem die Inhaftierten arbeiten mussten. Das Gestein dort bröselt so leicht, dass viele Lungenschäden bekamen (andere Art von Folter). Viele Steine die abgebaut wurden, wurde auch einfach nur ins Wasser geschmissen, da sie diese nicht verwenden konnten.
Robert Sobukwes Einzelhafthaus (links im Bild). Totale Isolierung für 10 Jahre.
 Ausblick von Robben Island auf Kapstadt. 12 km Distanz. Einem einzigen Häftling gelang es, lebend am Festland anzukommen. Alle anderen ertranken dabei.
 Gemeinschaftszelle für 30-60 Personen.

Unser Führer wurde beispielsweise 1972 – im Alter von 19 Jahre – in Einzelhaft genommen, weil er einen großen Studentenprotest organisiert hat. Fünf Jahre verbüßte er auf Robben Island.

 Er hat uns von der schlimmen Zeit seines Lebens hier erzählt. Richtig bewegend!
Der Fußballplatz an dem Nelson Mandela manche Spiele bestritt. Spielen nur am Samstag erlaubt!
Nelson Mandelas Zelle für 18 Jahre. Täglich 1 Stunde Ausgang – 30 Minuten am Vormittag, 30 Minuten am Nachmittag.
Bei der Rückkehr von Robben Island wurden wir noch von ein paar Robben überrascht 

Das sinnloseste Stadium aller Zeiten. Steht leer und wird nicht mehr benützt, da es zu groß ist für Rugby und zu klein für Cricket. Fußballspiele würden nicht mal ein Zehntel des Stadiums belegen.

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