Donnerstag, 24. März 2011

Klausurenzeit olé


In der letzten Zeit hat sich nicht so tragisch viel getan, so ist es eben in der Klausurenzeit. Und noch dazu, eine ganz neue Erfahrung.

In dem einen Kurs haben wir die Fragen im Vorhinein bekommen, konnten sie ausarbeiten oder auch nicht und mussten dann bei der Klausur ein Essay (3-4 Seiten) schreiben und alles genauestens erklären, diskutieren, kritisieren, südafrikanische Beispiele suchen und zusammenfassen. War nicht so schlimm wie erwartet, da mein Lieblingsthema gekommen ist. Als wir alle am Beginn der Klausur den Fragebogen umdrehen durften, jubelten alle, es wurde geklatscht, es gab High-fives und der Professorin wurde gedankt.

Ok, bleiben wir gleich bei dieser Professorin. Ich bin einfach zu begeistert von ihr. Sie war Parlamentsabgeordnete und hat sich jetzt mehr oder weniger von der Politik zurückgezogen und wird nur noch als Beraterin hinzugezogen (und das sehr oft). Sie ist eine beeindruckende Frau und kennt jede große Persönlichkeit in Südafrika. So auch einen der südafrikanischen Verfassungsväter Albie Sachs. Er war bei uns in der Vorlesung auf Besuch und hat uns im genauesten Detail über die Entwicklung der südafrikanischen Verfassung erzählt. Um mehr von seinem Leben zu erfahren, bitte schaut einfach schnell auf Wikipedia nach. Weiters hatten wir Tony Ehrenreich, vermutlicher ANC-Kandidat für die baldige Bürgermeisterwahl in Kapstadt als Gastredner. 

Weiters, ich habe sehr viel Zeit mit lernen die letzten 2 Wochen verbracht, daher gabs nicht wirklich Ausflüge aber dafür Parties. Einmal hats sogar bei uns was gegeben, Betsy hatte nämlich Geburtstag und wir haben eine Gamenacht veranstaltet. War schon witzig zu ungf. 25st eine Art von Activity zu spielen, aber lustig. Weiters war St. Patricks Day den wir standesgemäß bei einem Iren verbracht haben. Dann war noch ein Mädls abend bei Hendrik und ich hab 2 mal zum Essen eingeladen, ich hab nämlich Brathendl, Kartoffelpüree, Zucchini mit Feta gefüllt, Salat und Gemüse gekocht und hab mich so über ein so tolles Essen gefreut.

Ahja, was ich ganz vergessen hab. Karin und Fritz hab ich vorige Woche Montag noch getroffen. Zum kurzen „Willkommen und Tschüss“. Wir waren gemeinsam Essen und auf ein paar mehr oder weniger Drinks und haben die Zeit gemeinsam genossen. Dann waren sie weg. Schade, aber ich werds überleben ohne meine Zweitmama hier ;)

So gehts sonst recht gut, bis auf unser Haus. Es ist immer irgendwas, unsere Putzfrau ist der reine Wahnsinn – richtig zum verrückt werden, irgendwas muss immer repariert werden, unsere Telefonleitung – daher auch Alarmanlage – wurde für 2-3 Wochen gekappt, ... Ahja, und bei uns in der Straße haben wir eine schreckliche Kakerlakenplage. Gott sei Dank hab ich jetzt gasförmigen Kakerlakentod gekauft; einfach schüttel und SPRÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜHEN!

Last but not least, ich bin ja jetzt bei dem gemeinnützigen Projekt SHAWCO dabei und ich bin im Team „Arts“. Wir betätigen uns mit den Kids künstlerisch und lernen ihnen dabei was. Es macht so viel Spaß mit den Kindern zu spielen.

Falls es fragen gibt, her damit! J

Nach dieser Woche gibts dann mehr zu erzählen, jetzt heißts nämlich TERMBREAK! Jupidu, eine Woche frei um nachzuholen, was wir dieses Term verpasst haben J

 Das Ding war direkt neben meinem Kopfpolster :)

 Game Abend und Foodnight, Betsy

 Julia und ich waren uns nicht ganz sicher über unsere Taktik

 Markus wusste schon wie er spielen muss

 Fritz, Karin und ich bei unserem Hallo/Tschüss-Drink

Ja, mit hats a wengal gschreckt wie ich in die Küche runter gegangen bin.

 Unser irischer Gastgeber Ciaran

Pierrinne und Betsy (ja, es ist mein Schal!)

 Kein schlechter Ausblick, Signalhill erkennt man zwecks Nebel nicht

 Kurz vor der Kakerlakenattacke

Pierrinne, Lynelle, Betsy

Ich, Betsy, Julia

 Teil der Burschen aus meiner Klasse
 
Beim Ölkreiden malen

Henrik

 Sasha und die zweite weiß ich grad nicht

Donnerstag, 3. März 2011

Start erfolgreich geglückt...


Viel ist geschehen nach dem letzten Blogeintrag. Und vorallem gleich noch am selben Tag.

Nachdem ich nämlich endlich meinen Eintrag fertig hatte, fuhr ich das erste Mal auf den Strand (Clifton Beach) um etwas Sonne zu tanken und endlich mal baden zu gehen. Jojo hatte natürlich auch ein wunderbar gutes Buch mit („Das Geheimnis des Kalligraphen“ von Rafik Schami). Dieses Buch war soooo gut, dass ich es natürlich gefressen hab – so wie halt ein typischer Salat – und mir dadurch einen Sonnenbrand deluxe eingefangen hab. Ich hab mich so aufgebrannt, dass ich jetzt fast ein Monat danach noch immer daran nage ;) Der gesamte hintere Teil meines Körpers war so verbrannt, dass ich gleich mal 3 Tage im Bett (natürlich am Bauch liegend) verbracht habe und litt...


Blöderweise haben wir (die WG) am nächsten Tag unser erstes Braai (Grillerei) veranstaltet. Es haben in unser kleines Häuschen fast 25 Leute reingepasst. Gegrillt wurde von einem anfangs Unbekannten. Es war echt toll, viele Leute kennen zu lernen und vorallem alle in meinem Alter und auch noch dazu einige Südafrikaner, die ich äußerst schnell ins Herz geschlossen habe. Endlich bisschen Kontakt mit Ansässigen, die auch bissl einen Plan von dem Land haben – im Gegensatz zu den Standard-Austausch-Studenten/Touristen ;)

 Unsere Braai-Meister im Hintergrund und vorne Franzi  (deutsche Mitbewohnerin)

 Mr. Reporter/Model Taj (Mitbewohner aus New York)

 Bissl voll unser Garten, aber immerhin Mitbewohnerin 3 mit blauen Rock und braunen Shirt (Betsy aus South Carolina)
 Österreichische Delegation in Südafrika
 
Gut, die nächsten Tage war ich bissl tod auf Grund meines enormen Sonnenbrandes.
Am Wochenende, dem 12.2. hab ich mich wieder mit Karin und ihrer „Gastmama“ getroffen und haben einen wirklich süßen Markt (Free Market Nähe City Hall) entdeckt und dann sind wir nach Century City/Canal Walk gefahren, dem größten Einkaufszentrum am afrikanischen Kontinent.. Wahnsinn.

 kleiner Ausschnitt, die Erste

kleiner Ausschnitt, die Zweite - es is einfach zu riesig...!


Ich muss aber dazu sagen, dass es nicht so extrem touristisch ist wie beispielsweise von Waterfront das Einkaufszentrum, den dort laufen nur die extrem Reichen herum. In Canal Walk sind auch ganz normale Leute unterwegs und die Preise sind eher erschwinglich. Ich hab mir natürlich gleich ein paar gelbe Chuck Taylors gegönnt (braucht dringend ein Paar).

meine neuen gelben Lieblinge

Was gute zum Essen haben wir uns auch gegönnt.. Vorallem recht afrikanisch J

 Sushi

Was ist sonst geschehen?

Uni hat jetzt endlich begonnen und ich wollte gleich am ersten Tag beide Kurse schmeißen. Ich mach hier an der UCT 2 Kurse im Wert von 23 ECTS GEMEINSAM. Ein Wahnsinn!

Die Kurse sind ja generell sehr interessant, nur im einen bin ich gleich in der ersten Einheit nachgehangen, weil ich nicht wirklich so viele Infos über afrikanische Bürgerkriege hab – was so nebenbei ein großer Nachteil für mich ist! Der zweite Kurs ist einfacher, da wir verschiedenste Staatstheorien durchnehmen und dabei viele Sachen wiederholen, die ich schon mal irgendwo gelernt habe. Immerhin hab ich hierbei bissl Vorteile. Tutorien zu den Kursen haben wir auch schon gehabt und meine Tutorial-Lehrer sind alle jünger als ich – na das wird ein Spaß!

Ansonsten ist trotzdem noch viel geschehen. Vielleicht wisst ihr es nicht, aber Kapstadt wird als Stadt der Homosexuellen gesehen, da hier alles etwas multi-kulti ist. Daher werden ihre Rechte diese Woche gefeiert und natürlich konnte ich mir diesen Spaß nicht entgehen lassen und bin auch fortgegangen mit den zwei Österreicherinnen. Es war eine ganz neue Erfahrung und in dem konservativen Österreich vermutlich nicht möglich, aber hier ist alles anders und ich finds großartig.

Weiters war ich mal bei Karin zu Hause. Bin mit dem Taxi hingefahren und als ich vor dem Haus gestanden bin, musste ich erstmals Karin anrufen ob die Adresse wirklich stimmt, da es sich um einen monstergroße, wunderschöne Villa handelt. Nachdem Karin meinte ich sollt so gegen 7 kommen, war ich natürlich typisch österreichisch 2 min vor 19 Uhr da und man hat schon auf mich gewartet mit dem Essen. Der Tisch hätt sich biegen können und das Essen war so gut. Und so nebenbei, hier isst man auch Rauner! JUPIDU! Ihre Familie ist wirklich bezaubernd, der zweite „Austauschstudent“ mit samt Frau war auch da. Danach haben wir noch bis 12 Uhr Karaoke gesungen.. Karin und ich haben so gut gesungen, trotzdem hat das System dem falsch singenden Brasilianer immer mehr Punkte gegeben J Ich verstehs noch immer nicht!

Ich war jetzt auch 2mal am Samstag Vormittag in der „Old Biuscit Mill“. Ein Markt der etwas einem Flohmarkt ähnlich schaut, jedoch handelt es sich bei jedem Stand um ein echtes Geschäft. Alleine das ist schon faszinierend. Nur der Essensmarkt übertrifft alles. Dort gibts alles und nichts. 2 riesengroße Räume bieten aus fast jedem Land Spezialitäten an und „man“ frühstückt dann dort. Dabei sitzt man auf Heuballen, alten Bänken oder einfach auf dem Boden und genießt frische, hauchdünne Pizza mit Ruccola und Prosciutto, Bagels mit Lachs, Kebap, Sangria, Paella, Samosas, Burger, Crepes, Falaffeln, Souvlaki, etc. Ich hab dort auch einen Stand entdeckt mit Schwarzbrot und habs mir auch gegönnt. Hab jetzt fast eine Woche daran gegessen und es war sooooo gut – Brot ist hier zwar keine Mangelware, aber qualitätsmäßig nicht vergleichbar.

Es ist so lang her, seit dem letzten Eintrag, dass mir immer – nicht in der richtigen Reihenfolge – Sachen einfallen. Also nächster Punkt: Kirstenbosch Summer Concerts.
 
Kirstenbosch ist ein kleiner Bezirk am Rande von Kapstadt. Dort befinden sich auch der berühmte botanische Garten. Genau in diesem werden Sonntag Nachmittags Konzerte von lokalen (teilweise auch internationalen) Künstlern veranstaltet. Dabei sitzt man bergab auf Picknickdecken und am unteren Ende des Hanges befindet sich die Bühne. Sobald man sich ausgebreitet hat mit den Picknickdecken, holt man das dazugehörige Picknick raus, genießt die Musik und lässt sich Sonnen. Ich hab mir ein solches Konzert (Zebras&Giraffes heißt die Band) angeschaut und noch nie so ein faszinierendes Konzert erlebt. Die Musik war nicht unbedingt die aller beste, doch die Atmosphäre, der Sonnenuntergang, der Tafelberg, Ausblick auf Kapstadt, die gute Laune, etc hat alles hergemacht.

Heute ist Donnerstag, der 3.3. und ich freu mich wahnsinnig auf morgen, da ich morgen mit dem Sozialprojekt „SHAWCO“ beginnen werde. Das Ganze wird von der UCT aus organisiert und man fährt in größeren Gruppen in Townships um mit den Kindern/Jugendlichen dort zu arbeiten/spielen/malen/... Mein Projekt heißt STAR und dabei handelt es sich um künstlerische Betätigung mit Kleinkindern zwischen 3-8 Jahren.
In diesem Sinne – ich wünsch euch was, ich vermiss euch alle unheimlich und meldets euch mal.

 University Avenue - nicht über Google Earth einsehbar ;)

 Die zwei anderen Österreicherin vor den Jammie Stairs

 Jammie Stairs - normalerweise bummvoll mit sitzenden Studenten, doch Freitags komischerweise nicht!
 Irgendein Fundraising - Grillen haben sie jedenfalls schon um 9 in der Früh begonnen

 Mal ein Foto von mir.. Man bemerke, die Haare waren ein paar Sekunden davor noch gut zusammengebunden, nur der Wind zerstört hier einfach alles :)

PS. Ich hab sicher irgendwas vergessen!

PPS. Mir is eingefallen, habs natürlich geschafft, dass ich seit meinem Sonnenbrand auch so etwas angeschlagen bin und seit Samstag bissl stärker, aber muss man auch erlebt haben im Ausland ohne Mama – aber fürn gröbsten Notfall hab ich ja eh die Karin hier J