So. Ferien sind vorbei, erste Woche Uni wieder gut überstanden.
Was war in dieser Zeit so los?
Am ersten Samstag in den Ferien wurde ich von einer Studienkollegin namens Astrid eingeladen, ihre Onkel und Tante in Stellenbosch (etwa 30 min ausserhalb von Kapstadt) zu besuchen. Eine weitere Austauschstudentin aus Taiwan, Astrid, ihre Eltern und ich sind daher Samstags gegen 16 Uhr Richtung Stellenbosch aufgebrochen und hatten einen wunderbaren späten Nachmittag/Abend dort verbracht. Wir haben sogar eine Tour durch Stellenbosch bekommen und sind wieder mal in einem richtigen Garten gesessen – das war ja für mich sowieso ein Highlight wieder mal Gras zu riechen, Blumen blühen zu sehen, das Plätschern von einem kleinen Teich zu hören und einfach barfuß herumzulaufen. Danach gabs natürlich – wie immer – ein wunderbares Braai. Der Abend wurde jedoch dann erst interessant. Astrids Papa ist Politiker hier in Kapstadt und ihr Onkel arbeitet in den Townships und daher haben wir eigentlich alle Themen unseres Kurses durchdiskutiert – alle Probleme aufgezeigt und über mögliche Lösungen diskutiert. Es war soooooooo toll. Wurde mittlerweile eingeladen, ein Wochenende in Stellenbosch bei ihnen zu verbringen um die Diskussionen weiterzuführen. J
Weingegend pur
Sorry, meine Kamera mochte mich nicht - aber alle sind rund ums Braai gestanden und haben mitdiskutiert, wann welches Stück umgedreht werden sollte.
Astrid, die Denkerin
Am nächsten Tag war dann das letzte Konzert der Summer Concerts in Kirstenbosch und natürlich noch dazu hat das Symphonie Orchester von Kapstadt gespielt. Leider wars ausverkauft und ich musste leider mehr oder weniger hinter der Bühne sitzen. Der Klang war trotzdem faszinierend. Marlene – die eine Österreicherin – hatte Besuch von ihren Eltern und hat schlauerweise schon vorher Tickets besorgt, daher sind diese drinnen gesessen. Jedoch muss ich meinen Klassik-begeisterten-Freunden-und-Verwandten erzählen. Ich setze mich nieder und auf einmal spielen/singen sie das Gloria – ich weiß leider nicht von wem. Es geht so: Gloria, Gloria, in excelsis deo, Gloria gloria, halleluja. Eva und Gregor habens glaub ich bei den Sängerknaben gesungen. Es war ein Wahnsinn. Händels Hallelujah wurde auch gesungen. Es war faszinierend. Sonnenuntergang über Kapstadt, Tafelberg neben einem und so extrem gute Musik. Jeder Kapstadtbesucher sollte zwischen Jänner und März hierher kommen und einmal ein so geniales Konzert erleben.
Ich bin dann noch hinter der Bühne und Absperrung gesessen :)
Eine nicht so begeisterte Marlene :)
Unsere Ferien waren einfach nur verregnet hier, trotzdem hab ich mal das Entspannen genossen und musste viel für die Uni hier und zu Hause nachholen bzw. erledigen. Daher hab ich mir keinen Urlaub geleistet. Und hat gut gepasst. Trotzdem hab ich einige Sachen unternommen. Erstens war ich mal im Kino was etwas tja – verwirrend war. Erstens das Kino finden , zweitens dann ins falsche Kino gehen, drittens ein eingerauchter Taxifahrer zurück, viertens ist dem Minibus bei der Hinfahrt nach 50 Metern der Benzin ausgegangen und fünftens wurden wir von einer Würmerattacke zu Hause überrascht – aber wir sinds ja gewohnt. Aber Betsy und ich hatten unseren Spaß und um das is es geganen.
Am nächsten Tag war ich so überdreht und hab mich wahnsinnig auf den Abend gefreut. Wir sind nämlich zuerst ins Cubanas gegangen um genussvoll eine Wasserpfeife/Shisha mit Erdbeer-Minz-Tabak zu rauchen und haben dort bissi gegessen und getrunken und danach sind wir weiter ins Beefcakes. Im Beefcakes war eine Dragshow. Betsy und ich haben dort 3 Freunde getroffen und hatte einen der tollsten Abenden meines Lebens. Zuerst war ich nervös was hier passieren wird. Zwei sehr berühmte Dragqueens – Dana Fabulash und Mary Scary – sind aufgetreten. Eine hat Playback gesungen und die andere live. Es war eine wahnsinnig tolle Show und auch sehr amüsant. Wir haben 2 oder 3 Wochen vorher schon einen Tisch bestellt. Scheinbar sind diese Shows so beliebt, dass Leute vor dem Lokal gestanden sind und ebenfalls zugeschaut haben, da sie keinen Platz mehr ergattern konnten. Es war die 3 Euro Eintritt wert und ich werde sicher noch mals hingehen.
Betsy nachdenklich beim Shisha rauchen
Jupidu
Louanne und Matt im Beefcakes
No comment :)
Henrik und Betsy
Dana Fabulash - Playback
Mary Scary - schaut eher wir Marilyn Manson aus ;)
Am Sonntag sind wir nach Gugulethu gefahren. Gugulethu ist eines der Xhosa-Townships von Kapstadt und es ist bekannt für ihr Mzolis. Mzolis ist ein Fleischhauer, bei dem man Fleisch kauft, dann durch das Geschäft geht in eine „Rauchkammer“ mit einem Braai (Griller) und gibt dort das rohe Fleisch ab. Nach 1-2 Stunden kann mans dann gegrillt abholen. Ist vielleicht nicht die hygienischste Weise zu essen, aber die allerbeste. Das Fleisch war wunderbar. Noch selten so gutes Gegrilltes gegessen, dazu gabs Pap und ein Art Chutney. Hier wird natürlich das Essen extrem zelebriert, jedoch ist es auch so toll, da sich Kapstadt am Sonntag dort versammelt und gemeinsam feiert. Alle tanzen, haben Spaß, genießen die Freunde, trinken, quatschen, laufen herum, essen und schalten mal für ein paar Stunden ab. Wir werden diesen Sonntag, 10.4.2011, vermutlich wieder hinfahren. Vorallem haben wir eine tolle Lösung gefunden. Wir mieten uns einen Minibus und zahlen für eine Fuhr im gesamten 12 Euro – egal wie viele mitfahren. Es ist auch eine der besten Lösungen, da Parkplatz finden und fahren in dieser Gegend ein Ding der Unmöglichkeit ist. J
Die Truppe
tja
0,75 Liter Bier und Cider
Und los gehts...
Last but not least – wow in dem Blog gehts viel um Essen – waren wir gestern eingeladen bei einem Freund von Betsy. Wohnt ungf 4 min von uns entfernt und hat einen echten Pizzaoffen. So richtig mit Holz zum einheizen. Wahnsinn. Jedenfalls hab ich dort gestern wieder mal ganz viele tolle Leute kennen gelernt und hab einen interessanten Abend genossen mit anschließendem erstmaligen Nachtspaziergang in Kapstadt – war froh als ich dann zu Hause angekommen bin und die Tür hinter mir verschließen konnte!
Ahja, Shawco nicht zu vergessen. Haben jetzt leider gerade eine zweiwöchige Pause und ich vermiss die Kids schon so unheimlich. Heute wärs nämlich wieder so weit. Ich hab mich in einen Burschen recht verschaut. Er ist 10 Jahre alt und muss immer den übercoolen, harten Macho spielen und sobald man sich mit ihm beschäftigt ist er streichelweich und will nur kuscheln. Am liebsten würd ich ihn mit nach Österreich nehmen und ihm ein gutes Leben ermöglichen, da er keine Chance hier haben wird. Ich befürchte, dass er wirklich mal an die falschen Leute geraten wird. Daher ist der Heimweg von Manenberg immer sehr emotional, da ich immer sehr dankbar bin für all die Chancen die uns (ja uns Österreichern, Westeuropäern, ...) gegeben wurde und das wir als Kinder nie Sorgen hatten.
Die Betreuergruppe der 5ten Schulstufe
so still sinds nur wenns was zum Essen und Trinken gibt.
Hier vorne links (weißes Leiberl) ist mein kleiner Liebling.
So... Ich wünsch euch was. Leben geht hier weiter, daher heißts jetzt wieder lernen.
Meldets euch mal wenns Fragen habts.
Mwah, mwah - Jojo



